Rückpfarrung von St. Anna

Posted by: admin at 2:57 nachm. on Juni 25th, 2015

Mit der Veröffentlichung im Kirchlichen Amtsblatt ist nunmehr amtlich, dass die Pfarrvikarie St. Anna Bokel zum 01.01.2016 zurückgepfarrt wird zur Pfarrei St. Johannes Baptist in Rietberg. Mit dieser Entscheidung entspricht der Erzbischof der Bitte des Kirchenvorstandes (KV) Bokel sowie der Empfehlung des KV Rietberg und des Gesamtpfarrgemeinderates. Die Verantwortlichen haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Bei der endgültigen Abstimmung formulierte ein Mitglied: Schweren Herzens stimme ich zu.

Im langen Veränderungsprozess hin zum pastoralen Raum Rietberg ist dieser Schritt aber nun einfach dran. Er hat sich seit längerer Zeit angedeutet. Die personellen Möglichkeiten sind auch in Bokel begrenzt. Die bevorstehende Kirchenvorstandswahl drängte zur Tat. Konkret wird die Wahl im November in Rietberg und Bokel ausgesetzt, damit im März 2016 ein gemeinsamer KV auf dem dann einheitlichen Gebiet der Pfarrei gebildet werden kann. Vor allem erleichtert die Rückpfarrung die Verwaltungsarbeit und verkürzt die Entscheidungswege. Die Pastoralen Angebote, Gottesdienste, Messdienerarbeit, Erstkommunion und Gruppenarbeit bleiben in Bokel, solange es Menschen gibt, die sie vor Ort mittragen und Verantwortung übernehmen.

Vor allen Dingen ist nicht daran gedacht, die Kirche zu schließen. Alle diesbezüglichen Gerüchte entbehren jeder Grundlage. Im Gegenteil, der KV hat beschlossen noch einmal in eine Innenrenovierung zu investieren. Der Zelebrationsaltar soll um eine Stufe abgesenkt, der Ambo vorgezogen werden. Sofern Rücklagen, Zuschüsse und Spenden es erlauben, möchten wir in ein neues Beleuchtungskonzept und einen Innenanstrich investieren. Ein Gitter, das es erlaubt, die Kirche tagsüber geöffnet zu halten, ist zwingend vorgeschrieben. Auch in Bokel ist es bereits zu kleineren Zwischenfällen gekommen, die vermieden werden sollen. Schon in den nächsten Tagen wird der Kirchenmaler Lepper an den hinteren Pfeilern in St. Anna Farbproben anbringen, die eine mögliche künftige Gestaltung vorstellen. Wir sind bemüht, kostengünstig, aber zielgerichtet Akzente zu setzen. Schon ein erstes Reinigen einer kleinen Teilfläche zeigt deutlich, wie verschmutzt die Kirche ist. Der letzte Anstrich geschah erst vor 15 Jahren. Eigentlich wäre ein neuer frühestens in 10 Jahren möglich. Wir hoffen sehr, schon jetzt die nötigen Mittel zu bekommen.

Letztlich gilt auch für die Kirche, dass sie nur so lange unterhalten werden kann, wie Menschen da sind, die sie tragen und zwar in erster Linie durch den Gottesdienstbesuch und das stille Gebet. Leerstehende Kirchen sind vielleicht noch städtebaulich interessant, haben aber eigentlich keine Bedeutung mehr, allenfalls als Mahnmal und Erinnerung an eine vergangene Zeit. Es ist unser aller Aufgabe, sozusagen die Kirche im Dorf zu lassen, mit dafür Sorge zu tragen, dass es eine lebendige, betende und sorgende Gemeinde auch in Zukunft gibt. Diesem Anliegen dienen auch die Entscheidungen, die der Kirchenvorstand jetzt getroffen hat.

 

Herzlichst Ihr
Pastor Andreas Zander

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